Bericht der Fachberatung 2010



Bericht der Fachberatung 2009/2010

Liebe Gartenfreunde,

ein entscheidendes Ereignis auf dem Gebiet der Fachberatung im vergangenem Jahr, war sicherlich die Diskussion um die neue Rahmenkleingartenordnung, die nunmehr ab 1. Januar 2010 in Kraft getreten ist.

Über die positive Entwicklung der Fachberatung in jüngster Vergangenheit in unserem Verband berichtete bereits der 1. Vorsitzende im Geschäftsbericht.

Er zeigte auf:

  • Die Neugründung der Fachkommission im Dezember 2009
  • Die Pflege des Kräutergartens zur 5. Landesgartenschau in Reichenbach und
  • Die Fachliche Beratung zum "Tag der Sachsen" im September 2010 in Oelsnitz
Die Auftaktveranstaltung zum Gartenjahr 2010 versank im Schnee des 13. März. In Zusammenarbeit mit dem Verband der Kleingärtner Schwarzenberg sollte wiederum der Obstbaumschnitt, diesmal in Thalheim, praktiziert werden.

Hoffen wir, dass zum Ausweichtermin am 10. April bessere Witterungsbedingungen vorherrschen und die Gartenfreunde zahlreich in der Kleingartenanlage "Volksgesundheit" Thalheim am praktischen Obstbaumschnitt teilnehmen.

Aber vorher findet die gleiche Veranstaltung für den Altlandkreis Aue, heute in einer Woche im Kleingartenverein "Silberbachtal" in Bad Schlema statt.

Nun zum Rückblick ins Gartenjahr 2009:
  • Nach einem ungewöhnlich kalten Winter mit lang anhaltendem Bodenfrost waren im Laufe des Frühjahrs vermehrt Frostschäden zu beobachten.
  • Besonders auffällig waren die Schäden am Kirschlorbeer. Bei doch relativ sonnenintensiven Januarwetter kam es zu Verbrennungen an Laub und jungen Trieben, sodass die Sträucher teilweise nur noch braune Blätter hatten. Jedoch trieben in den meisten Fällen die geschädigten Gehölze wieder aus.
  • So mancher Gartenfreund hatte angesichts der niedrigen Temperaturen sicherlich die Hoffnung, dass auch viele Schädlinge diesen Winter nicht überleben würden. Bei einigen wenigen Arten traf diese Vermutung zu. In allen anderen Fällen hat der Dauerfrost die Vitalität der Schädlinge nicht sonderlich beeinflusst.
  • Ende März begann mit fast sommerlichen Temperaturen der Frühling. Dank der warmen Witterung der folgenden Wochen entwickelte sich die Vegetation sehr zügig. Die Obstblüte erfolgte ohne Verzögerungen und blieb im vergangenem Jahr auch weitgehend von Spätfrösten verschont.
  • Erstaunlich war der geringe Befall mit Blattläusen an Strauch- und Baumobst. So wurden z. B. die Süß- und Sauerkirschen im Mai kaum von Schwarzen Kirschenblattläusen befallen, und auch an Johannis- und Stachelbeeren war der Befallsdruck mit Blattläusen im Frühjahr gering. Ursache hierfür war nicht der kalte Winter, sondern die trocken-warme Frühlingswitterung.
  • Deutlich stärker als in anderen Jahren war dagegen das Auftreten von Gallmilben. Es konnten schon sehr früh an diversen Laubgehölzen Filzgallen beobachtet werden, und auch an Pflaumen und Birnen war ein teilweise früher und starker Befall mit Beutelgallmilben bzw. Pockenmilben zu verzeichnen.
  • Mit der kühleren und in manchen Regionen auch deutlich feuchteren Witterung gegen Ende Mai begann dann auch langsam die Blattlausentwicklung, sodass sich ab Mitte Juni diese Schädlingsgruppe gut vermehren konnte.
  • Viele Blattfleckenpilze, wie Apfelschorf oder der Sternrußtau an Rosen fanden mit Beginn des kalendarischen Sommers gute Entwicklungsbedingungen.
  • Echter Mehltau trat zwar bei anfälligen Apfelsorten sehr frühzeitig auf, im Laufe des Sommers gab es mit Vertretern aus dieser Pilzgruppe an Gehölzen, Sommerblumen und Stauden aber nur wenig Probleme.
  • Ab Ende Mai bis in den Hochsommer hinein war der Apfelwickler ohne Unterbrechung aktiv, sodass auch Spritzungen häufig nicht den gewünschten Erfolg zeigten und ein erheblicher Teil der Ernte "wurmstichig" war.
  • Natürlich verging auch dieses Gartenjahr nicht ohne Meldungen über neue oder gefährliche Schaderreger. Es gab eine ganze Reihe von Pressemitteilungen zum Citrusbockkäfer, der allerdings nur sehr selten in Erscheinung trat.
  • Auch der aus Fernost stammende Asiatische Laubholzbockkäfer, hat sich bisher in unseren Kleingartenanlagen glücklicherweise noch nicht angesiedelt.
    Ebenso trat der angekündigte massenhaften Befall mit sogenannten Buchsbaumzünglern, über den mehrfach berichtet wurde, nicht auf.


Liebe Gartenfreunde, verehrte Gäste!

Zur Schulungstätigkeit auf dem Gebiet der Fachberatung kann eingeschätzt werden, dass diese entsprechend des Schulungsplanes durchgeführt wurde, die Teilnahme an den Lehrveranstaltungen waren sehr unterschiedlich. Wir meinen, dass es stetige Veränderungen in der Natur gibt, durch unterschiedliche Einflüsse verursacht, aus diesem Grund sollten Fachberater diese Möglichkeiten der Weiterbildung für sich nutzen.

Die neue Rahmenkleingartenordnung beschäftigt sich u.a. mit den "invasiven Neophyten", dazu gehört ebenfalls die Ambrosia - auch beifußblättriges Traubenkraut genannt - mit dem Ziel, deren unkontrollierter Massenausbreitung entgegenzuwirken.

Auch der "Gartenfreund", unsere Gartenzeitung, hat sich diesem Thema verschrieben. Es wurden dazu bereits mehrere Artikel veröffentlicht. Wir bitten darum, dass bei der Fachberatung im Verein diese Problem aufgegriffen werden und bei Gartenbegehungen am praktischen Beispiel den Kleingärtner Hinweise gegeben werden.

Ansonsten sollten Sie auf die Gartentipps in der Rubrik "Schaukasten", im Verbandsorgan "Gartenfreunde", achten und bei allen anderen Fragen genügt ein Anruf in den Geschäftsstellen!

Wir wünschen uns allen wieder ein gutes Gartenjahr 2010