Bericht des Vorstandes 2007Bericht des Vorstandes zur JHV am 24.3.2007 Liebe Gartenfreunde, werte Gäste Kleingärten haben eine wichtige städtebauliche und sozialpolitische Funktion. Sie stellen ein Element zur Durchgrünung und Auflockerung der Bebauung dar und verbessern das ökologische Gleichgewicht in den Städten. In einer Zeit globaler Einflüsse auf kommunale Prozesse - wie Stadtumbau und -rückbau, belastender demographischer Faktoren und zunehmender sozialer Verwerfungen - ist es für uns um so wichtiger, den Schutz der kleingärtnerischen Pachtverhältnisse in die kommunalen Entscheidungen einzubringen. Unsere Leistung für die Gesellschaft besteht neben der Sicherung und dem Ausbau der sozialen, ökologischen und städtebaulichen Aspekte des Kleingartenwesens, in wirksamen und attraktiven Angeboten zur Gestaltung einer sozialen und lebenswerten Stadt und dem damit verbundenen Beitrag zur Erhaltung des Kulturguts "Kleingarten". Kleingärten sind aber auch von großer sozialer Bedeutung für die gesunde Lebensweise. Besonders in ihrer Ausgleichsfunktion zu einseitiger Berufstätigkeit, aber auch für Nichterwerbstätige und Rentner können sie wesentlich zu einer Verbesserung der Lebensverhältnisse beitragen. Der Kleingarten bietet den Pächtern neben der Rückzugsmöglichkeit einen Ausweg aus der Anonymität der Stadt. Der Kleingarten erleichtert die Kommunikation über den Gartenzaun und das Kennenlernen anderer Kulturen. Voraussetzung dafür ist, dass der Kleingarten auch in Zukunft für alle Schichten der Bevölkerung bezahlbar bleibt. Die Realisierung dieses Zieles verlangte im Jahr 2006 weit gefächerte Anstrengungen und Bemühungen im Kreisverband, die natürlich mit den Aktivitäten des Landesverbandes koordiniert wurden.. Trotz aller Schwierigkeiten war das Jahr 2006 für das Sächsische Kleingartenwesen erfolgreich. Die Vorhaben zur Ausgestaltung der Rahmenbedingungen konnten zielstrebig verfolgt werden. So kann das Erreichte als Erfolg des einheitlichen Tun's in der Summe aller Verbände des Landes Sachsen gesehen werden. Dabei hat der Kreisverband Aue/Stollberg einen nicht unerheblichen Anteil. Im Februar 2006 fanden durch den Vorstand des LSK Gespräche mit der CDU-Fraktion des Sächsischen Landtages und dem Sächsischen Staatsminister für Umwelt und Landwirtschaft, Stanislaw Tillich, statt. Ziel dabei war es, die inhaltliche Umsetzung des Antrages der CDU/SPD-Fraktion an den Sächsischen Landtag zur "Verfahrensvereinfachung und Entbürokratisierung im Bereich des Sächsischen Kleingartenwesens" zu unterstützen. Dabei standen auch die aktuellen Probleme der Straßenausbaubeiträge und der Grundsteuer B-Bewertung im Kleingartenwesen zur Debatte. Seit 1996 versucht der LSK mit allen beteiligten Einrichtungen eine akzeptable Lösung im Umgang mit der Grundsteuer B zu finden. So wurde im Jahr 2006 eine Prüfung dieser Praxis in den Verbänden Leipzig Westsachsen und Aue/Stollberg veranlasst und realisiert. Diese Ausarbeitung hatte einen recht beeindruckenden Umfang und traf eine nicht minder beeindruckende Aussage. Die Ergebnisse wurden dem Ministerium Umwelt/Landwirtschaft und der Fraktion der CDU im Sächsischen Landtag übermittelt. Im November 2006 übersandte die Fraktion der CDU im Sächsischen Landtag allen Vorständen der im LSK organisierten Vereinigungen brieflich ihre Bereitschaft, sich für eine Verfahrens-Vereinfachung bei der Grundsteuererhebung für Kleingartenanlagen einzusetzen, soweit sich die Ziele der Sächsischen Staatsregierung mit den auf Bundesebene laufenden Verhandlungen zur Grundsteuerreform durchsetzen lassen. Das Engagement des LSK, gemeinsam mit den Verbänden und Vereinen, bewirkte, nicht unwesentlich den Boden für zwei bedeutsame Erlasse der Sächsischen Staatsregierung zu ebnen. Diese wurden im September und Oktober 2006 beschlossen und über die Regierungspräsidien an die zuständigen Landkreise und Kommunen zur Verwendung und Umsetzung übermittelt. Diese Erlasse bieten, sowohl Pächtern als auch Bodeneigentümern, moderate Rahmenbedingungen - sofern kleingärtnerische Gemeinnützigkeit gegeben ist - auf den Gebieten Zweitwohnungssteuer, Kurtaxe, Abwasseranschlussgebühren und zur Aufnahme der Kleingartenanlagen in die Bebauungspläne der Kommunen. Im Endergebnis können diese Erlasse zu einer finanziellen und bürokratischen Entlastung der Kleingärtner führen. Ein geändertes sächsisches Naturschutzgesetz wird, nach Bestätigung durch den Sächsischen Landtag, weitere Erleichterungen für die Kleingärtner bringen. Es wird eine Änderung der Baumschutzsatzungen der Kommunen angestrebt, künftig sollte eine Baumfällgenehmigung nur noch für Bäume auf Freiflächen, aber nicht mehr innerhalb der Parzellen, beantragt werden müssen. Die geplante Änderung der Richtlinie über die Abnahme der kleingärtnerischen Gemeinnützigkeit sieht vor, dass die Abnahme nicht mehr alle drei Jahre, sondern alle fünf Jahre zu erfolgen hat, das spart uns bürotechnischen Aufwand und Gebühren. Für das Erreichte möchten wir uns bei dem Landtagsabgeordneten der CDU-Fraktion, Herrn Thomas Colditz, bedanken, der mit dazu beitrug, dass die etwas ins stocken geratenen Verhandlungen im Sächsischen Landtag wieder aufgenommen wurden. Weiter möchten wir Herrn Klaus Tischendorf von der PDS-Landtagsfraktion danken, der uns einen Besuch im Sächsischen Landtag ermöglichte, verbunden mit Besichtigung der Fraktionsräume und interessanten Gesprächen mit Landtagsabgeordneten.Liebe Gartenfreunde, werte Gäste, Die 2. Stufe der Kreisreform, ein Reizthema für alle, auch für Kleingärtner! Eine geplante Reduzierung von derzeit 22 Landkreisen auf nur noch 10 Kreise und drei kreisfreie Städte, hat die Diskussion unter der Bevölkerung angefacht. Extrem lange Wege zu den Behörden, die Verwaltung entfernt sich immer weiter vom Bürger. Vereine und Verbände sind jedoch nicht direkt vom staatlich "verordneten" Zusammenschluss betroffen, dennoch ist es natürlich Ziel der Politik, dass das Vereinsleben sich der neuen Struktur allmählich anpasst. Aus diesem Grund war diese bevorstehende Reform auch Thema der kürzlich stattgefundenen Regionalkonferenzen des Landesverbandes. Unser Verband sammelte diesbezüglich in der Vergangenheit dazu schon Erfahrungen. Das "langsame Zusammenwachsen" der Verbände von Aue und Stollberg im Jahr 1994, vorbereitet durch gemeinsame Schulungen und Koordinierung gemeinsamer Aktionen, bis hin zum Zusammenschluss, konnte damals erfolgreich realisiert werden. Die Versuche des Zusammenschlusses in den letzten Jahren dagegen, in Zwickau/Stadt und -/Land, sowie Freiberg mit Brand-Erbisdorf, schlugen fehl. Der Grund war nach unserer Einschätzung in beiden Fällen ein überstürztes Handeln. Schon vor bekannt werden der neuen Kreisreform führte unser Kreisvorstand Gespräche mit dem Verband in Schwarzenberg, bezüglich einer "kooperativen Zusammenarbeit". Auftakt dieser Zusammenarbeit war der gemeinsame Wettbewerb in den Landkreisen Aue-Schwarzenberg und Stollberg. Mit diesem Wettbewerb soll in unserem Einzugsbereich eine ansprechende kleingärtnerische Nutzung in den Parzellen und eine zweckmäßige Grüngestaltung der öffentlichen Bereiche der Kleingartenanlagen, als Zentrum der Erholung und der Nutzung durch die Öffentlichkeit, dargestellt werden. Im Ergebnis des Erreichten wird die Attraktivität der Kleingartenanlagen erhöht und zur ökologischen Bewirtschaftung beigetragen, um somit letztendlich die Lebensqualität zu erhöhen. Dieser Wettbewerb, der alle zwei Jahre durchgeführt wird, wurde von den Landratsämtern Aue-Schwarzenberg und Stollberg ausgelobt. Der Abnahmejury gehörten an: die Vertreter der Kreisverbände Schwarzenberg, Aue-Stollberg und des Landratsamtes Aue-Schwarzenberg. Für das Jahr 2008 möchten wir schon heute die Vereine zur Teilnahme aufrufen, die sich bisher noch nicht am Wettbewerb beteiligten. Wettbewerbe finden nicht nur auf Kreisebene statt, sondern auch auf Landes- und Bundesebene. So führt der LSK auch 2007 wieder den Landeswettbewerb "Gärten in der Stadt" durch, wir informierten schon im Rahmen des Schulungsprogramms. Insbesondere für die Platzierten im Kreiswettbewerb sollte es eine Verpflichtung sein, sich für diesen Wettbewerb zu bewerben, Zeit dazu ist noch bis zum 30. April. Die Unterlagen dazu erhalten sie in den Geschäftsstellen des KV. Satzungsmäßiger Zweck und somit ein Schwerpunkt der Arbeit eines jeden Vereines und Verbandes ist die Fachberatung der Mitglieder. Aufgabe des Kreisverbandes ist es, die Fachberater der Vereine anzuleiten. Diese müssen ihren Erkenntnisstand in theoretischen Schulungen, Beratungen und praktischer Anleitung vor Ort an ihre Vereinsmitglieder weitervermitteln. Den Schulungsplan für das vergangene Jahr hatten wir noch mit dem damaligen Kreisfachberater, Gartenfreund Wilfried Müller, abgestimmt und ausgearbeitet. Er war deutschlandweit bekannt und selbst im Fernsehen, Rundfunk und Presse gefragt. Am 10. Mai 2006 verstarb jedoch Wilfried Müller im Krankenhaus - ein großer Verlust, nicht nur für unseren Verband. In dieser traurigen Situation waren wir auf die Hilfe des Schwarzenberger Verbandes angewiesen, die Kreisfachberater Dr. Roland Häcker und Gartenfreund Andreas Döring unterstützten uns uneigennützig. Beide sicherten nicht nur die kreislichen Veranstaltungen ab, sondern übernahmen noch zusätzlich Schulungen in den Vereinen. Erst kürzlich, am 3. und 17. März führte Gartenfreund Andreas Döring in Aue und Stollberg jeweils eine praktische Schulung mit Obstbaumschnitt durch. Ein herzliches Dankeschön dafür an den Verband in Schwarzenberg. Dennoch möchten wir die Anwesenden bitten, Gespräche mit ihren Fachberatern zu führen, ob Interesse zur Mitarbeit auf Kreisebene besteht, um die Gartenfreunde aus Schwarzenberg zu entlasten. Die Weiterbildung der Funktionsträger in den Vereinen unserer Organisation zählte seit jeher zu den Schwerpunkten in unserer Arbeit, so auch 2006. Intensiv widmete sich der Vorstand dabei der satzungsgemäßen Aus- und Weiterbildung in rechtlicher, organisatorischer und fachlicher Hinsicht. An Schulungen wurden durchgeführt: · 2 Rechtsschulungen · 5 Schulungen für Wertermittler · 2 Zusammenkünfte der Fachberater · 4 Diskussionsrunden zur Beitragserhöhung · 1 Seminar mit Rechtsanwalt Duckstein · 3 Schulungen für Vorsitzende, die erst kurze Zeit im Amt sind. Die in den letzten zwei Jahren durchgeführte intensive Schulung der neuen Vereinsvorsitzenden hat sich bewährt. Die Teilnehmer begrüßten diese Schulungsform in kleinen Gruppen, da die Wissensvermittlung so intensiver ist. Bewährt hat sich erneut, wie in den Jahren vorher, das Auftreten von Mitgliedern des Kreisvorstandes in den Mitgliederversammlungen oder Schulungsveranstaltungen der Vereine, um "vor Ort" Fragen zu beantworten, Probleme zu klären oder Schulungen durchzuführen. Verstärkt gewünscht wurde auch das Auftreten von Referenten unseres Kreisverbandes in anderen Verbänden, da nicht jeder Verband über eigene Fachkräfte für das jeweilige spezifische Schulungsthema verfügt. Eine Spezialisierung innerhalb des Landesverbandes, auf diese Art können Schulungen noch attraktiver gestaltet werden. Das Thema Schulungsarbeit wird auch weiterhin nicht an Bedeutung verlieren, denn ständig ändernde Gesetzlichkeiten und Regularien werden dafür sorgen. Ein übriges fordert der Wechsel in den Vorstandsämtern dafür, dass die Schulungsarbeit, zumindest in dem bisherigen Umfang, fortgesetzt werden muss. Die Schulungstätigkeit entbindet den gewählten Funktionär natürlich nicht, seine Kenntnisse auf fachlichem und rechtlichem Gebiet zu erweitern. Leider ist das nicht für Alle selbstverständlich, dass zeigen die im Berichtszeitraum gestellten Anfragen der Vereinsvorstände und einzelner Gartenfreunde, die sich mit ihren Anliegen an die Geschäftsstelle des Kreisverbandes wandten. Für uns als Mitglieder des Kreisvorstandes ist es deshalb unverständlich, dass die zahlreichen Möglichkeiten der Information von einigen Vorständen so ungenügend genutzt werden. Jedes Vorstandsmitglied, egal ob Vorsitzender, Schatzmeister oder Beisitzer, sollte im Besitz unseres Verbandsorgans "Gartenfreund" sein. Dabei gehen wir davon aus, dass der Verein ihm dieses Arbeitsmaterial kostenlos zur Verfügung stellt. Aber nicht nur Vorstandsmitglieder, sondern alle Funktionsträger, wie Kassenprüfer, Wertermittler oder auch das einfache Gartenmitglied sollte diese Informationsquelle für sich entdecken und nutzen. Zumal sich in nächster Zeit, nach Aussage des Verlages Wächter, die Zeitschrift qualitativ verändern wird, einmal durch einen stabileren Umschlag und zum anderen wird die Seitenzahl erhöht - alles bei einem konstanten Jahres-Abopreis von 10,20 Euro. Jeder Verein sollte zunächst für sich prüfen, wo er steht und geeignete Maßnahmen entwickeln, um die Vorstandsmitglieder mit entsprechendem Arbeitsmaterial auszurüsten. Liebe Gartenfreunde, werte Gäste, neben der erfolgreichen Bilanz, die ich eben darlegen durfte, gibt es natürlich auch viele Probleme in unserem Verband - so ist das Leben. Verpächter von zwei Kleingartenanlage beabsichtigten, neben der Versteigerung des Grund und Bodens, über das Nachlassgericht gleich die Gartenlauben der Kleingärtner mit zu versteigern. Im Endeffekt hätten diese Gartenfreunde neben der Jahrespacht eine monatliche Miete für ihre Gartenlaube zahlen müssen. In einem Fall war der Einspruch der Kreisgeschäftsstelle und die Aussage vor Gericht von Erfolg gekrönt, im anderen Fall, dieser dauert bereits seit 1991 an, sind die Verhandlungen zwar noch nicht abgeschlossen, aber es zeichnet sich ein positiver Ausgang ab. Im Jahr 2006 haben die gerichtlichen Streitigkeiten sprunghaft zugenommen. Selbst Vereine, die bisher immer der Meinung waren, ihnen könnte derartiges nicht passieren, mussten sich eines besseren belehren lassen. So wurde der letzte Prozess am 21.12.2006 und der erste am 15.1.2007 geführt. Bezeichnend dabei ist, dass neben den Klagen von Bodeneigentümern, deren Anzahl nahezu unverändert ist, die Auseinandersetzungen zwischen Mitgliedern und Vorstand zugenommen haben. Der Grund ist möglicherweise darin zu suchen, dass viele Kleingärtner privat eine Rechtsschutzversicherung abgeschlossen haben und Kleingärtner mit geringen Einkommen Prozesskostenbeihilfe bekommen. Die bisher geführten Prozesse wurden gewonnen, bzw. endeten mit einem Vergleich, obwohl nur in einem Fall ein Rechtsanwalt benötigt wurde. Unabhängig davon sind die jährlichen Kosten für die rechtliche Betreuung der Vereine enorm gestiegen. Erhöhten sich die Kosten von 2003 zu 2004 um fast 200 Euro, so war die Erhöhung von 2004 zu 2005 mehr als 400 Euro und von 2005 zu 2006 etwas über 800 Euro und betrug damit insgesamt fast 4.000 Euro. Hoffen wir, dass sich die jährliche Verdopplung der Rechtskosten nicht so dramatisch fort setzt. Eine Sicherheit auf diesem Gebiet ist der Abschluss einer Rechtsschutzversicherung für unseren gesamten Verband. Mit insgesamt rund 5.600 Euro liegen wir zwar um rund 1.600 Euro höher als die Rechtskosten aus dem Jahr 2006, dafür aber auf der sicheren Seite. Gemeinsam mit den Unterlagen zur Jahresrechnung für 2007 sind ihnen die Bedingungen des Rechtsschutzes zugegangen und die Notwendigkeit des Abschlusses der Rechtsschutzversicherung erläutert worden. In den Schulungsveranstaltungen waren sich die Teilnehmer über die Notwendigkeit des Abschlusses einer Rechtsschutzversicherung einig. Diskussionen gab es lediglich um den Zeitpunkt des Abschlusses - ob bereits schon 2007 oder erst ab 2008. Dennoch werden wir heute zunächst darüber abstimmen, ob wir eine Rechtsschutzversicherung abschließen, das heißt, wie zu den Schulungen ausdiskutiert, rund 80 Cent Brutto pro Parzelle und 20 Cent als Ausgleich für die von der Versicherung nicht gezahlten Fälle. Somit beläuft sich der Gesamtbetrag auf 1 Euro pro Parzelle. Sollte die Mehrheit sich dafür entscheiden, dann werden wir danach abstimmen, ob diese ab 2007 oder ab 2008 abgeschlossen wird. Weitere rechtliche Probleme waren, die arbeitsfähigen Vorstände in den Vereinen zu sichern. Öfters als in den Jahren vorher, so geschehen in sechs Fällen, musste der Kreisvorstand Vereine bei der Suche nach einem neuen Vorstand unterstützen. In jedem Fall fand sich auch in diesen Vereinen ein arbeitsfähiger Vorstand, denn keiner unserer Gartenfreunde möchte sein liebgewonnenes Hobby aufgeben, seine Parzelle beräumen, das gesamte Vereinseigentum entfernen und am Ende noch die dafür entstandenen Kosten tragen. Ein weiterer Schwerpunkt im Bericht des Vorstandes ist seit jeher die fruchtbringende Zusammenarbeit mit Kommunen, unabhängig ob auf Vereins- oder Verbandsebene. So gipfelte die gute Verbindung des Auer Bürgermeisters, Herr Kohl, zu den Kleingartenvereinen der Stadt Aue, dass er anlässlich des 100-jährigen Bestehend des Naturheilvereines "Prießnitz" in Aue als Ehrenmitglied in die Reihen des Vereins aufgenommen wurde. Oder der Bürgermeister der Stadt Eibenstock, Herr Staab, der derzeit prüft, wie er einen unschuldig in finanzielle Not geratenen Verein unterstützen kann. Leider gibt es auch einige wenige negative Beispiele, wo Kommunen 17 Jahre nach der politischen Wende in unserem Land noch nicht erkannt haben, dass es die Vereine sind, die immer mehr soziale Aufgaben übernehmen, je weiter sich der Staat aus der sozialen Verantwortung zurückzieht. Vieles, was sich in anderen Kommunen durchsetzen lässt, müsste doch auch hier möglich sein. Die Mitglieder des Kreisvorstandes und die Vertreter der Vereine sind stets offen für eine Zusammenarbeit, dies setzt jedoch Offenheit und Vertrauen voraus. Eine gute Unterstützung dagegen erhalten wir von beiden Landratsämtern. Egal ob es die Durchführung und Organisation des Wettbewerbes betrifft oder die Abnahme der kleingärtnerischen Gemeinnützigkeit. Beide Landräte, Herr Matko und Herr Hertwich, setzen sich, im Rahmen ihrer Möglichkeiten, für die Klärung der Sorgen und Probleme der Kleingärtner ein - dafür unser herzlicher Dank. Im Rahmen der Kreisreform im Land Sachsen werden natürlich in dieser Zusammenarbeit leider wieder Veränderungen eintreten, bleibt zu hoffen, dass wir auch künftig eine derartige vertrauensvolle Zusammenarbeit aufbauen können. Werte Anwesende! Die Zusammenarbeit mit dem Landesverband beruht auf einer Basis von Offenheit und Vertrauen, ein gegenseitiges Geben und Nehmen. Dies unterstreicht auch aufs Neue die Teilnahme des Präsidenten des LSK an unserer heutigen Jahreshauptversammlung. Auch unser Verband unterstützt den LSK in seiner Arbeit, so beim Erstellen der Dokumentenmappe für die Verbände, die Entwicklung der Software für Verbände und Vereine und nunmehr die Überarbeitung und Aktualisierung des "Handbuch für den sächsischen Kleingartenverein". Aber nicht nur gemeinsame Arbeit, auch gemeinsame Höhepunkte verbinden. Noch in diesem Jahr begeht der LSK sein 100-jähriges Bestehen, es waren 100 Jahre Kampf um den Erhalt des Kleingartenwesens, bezahlbare Pachten bei sicherem Grundstück, möge das Kleingartenwesen auch weiterhin Bestand haben. Im nächsten Jahr, also 2008, begeht auch unser Verband ein Jubiläum. Der Bezirksverband Aue und Umgebung ging aus dem am 20. August 1922 gegründeten Kreisverband Zwickau hervor, der aufgrund des enormen Zuspruches von Kleingärtnern im Jahr 1927 "aus den Nähten platzte", so das damalige Verbandsorgan "Garten und Kind", und man begann Bezirksverbände zu gründen, ein Jahr später entstand der Bezirksverband Aue. Für das genaue Gründungsdatum des Bezirksverbandes Aue und Umgebung gibt es keine exakte Unterlage. Aber nach den Protokollbüchern der Vereine lässt es sich fast genau errechnen. In der Vorstandssitzung des KGV "Fortschritt" Schneeberg-Neustädtel am Samstag, dem 21.7.1929 wurde noch von der "Einladung" gesprochen und am Freitag, dem 27.7.1928 im KGV "Volkswohl" Affalter bereits von der "Realisierung". Somit kann die Gründungsversammlung nur am Sonntag, den 22. Juli 1928 durchgeführt worden sein. Neben diesen bisher genannten Höhepunkten gibt es in den Jahren 2007 und 2008 noch weitere Anlässe, die für Interesse bei den sächsischen Kleingärtnern sorgen sollten. In diesem Jahr findet die Bundesgartenschau in Gera und Ronneburg statt, die Informationen dazu erhielten Sie, werte Anwesende, ebenfalls mit der Einladung. Der Kreisverband hat ein Reiseunternehmen beauftragt und ihre Platzreservierungen sollten bis spätestens heute abgegeben werden. Im September 2007 findet der 25. Verbandstag des Bundesverbandes Deutscher Gartenfreunde in Cottbus statt. So werden unser derzeitiger Präsident des BDG, Ingo Kleist, und weitere Präsidiumsmitglieder aus Altersgründen nicht mehr kandidieren und es wird ein größerer Wechsel in der Führungsspitze eintreten. Der 7. Verbandstag des LSK dagegen findet erst 2008 in Leipzig statt. Sehr geehrte Anwesende, die Diskussion um eine Erhöhung der Beiträge ist immer ein brisantes Thema, aber leider nicht unumgänglich. Oftmals werden die Ursachen außerhalb des Vereines oder Verbandes geschaffen, so auch diesmal. Im Zeitraum von 1998 bis 2004 stiegen die Lebenshaltungskosten um 40 %, darin ist nicht einmal die Erhöhung der Mehrwertsteuer auf 19 % berücksichtigt. Da dieses Thema nicht zu einer Tagung wie heute ausdiskutiert werden kann, hat der Kreisverband vier Veranstaltungen durchgeführt, um jeden Verein zu erreichen, ihm die Möglichkeit zu geben Fragen zu stellen, bzw. seine Meinung kund zu tun. Dennoch gab es Vereine, die diese Möglichkeit nicht nutzten. Besonders für diese, und natürlich auch alle anderen Vereine, wurde ein Positionspapier erarbeitet, um nochmals die Notwendigkeit einer Beitragserhöhung darzulegen. Interessant zu diesem Problem ist der Artikel "Höherer Mitgliedsbeitrag?" im Heft 1/2007 des "Fachberaters", daraus einen Auszug: · Nur einmal so zum Vergleich: Ein Glas Bier im Lokal kostet 2,50 € (Vergnügen: 20 Minuten), das tägliche Päckchen Zigaretten 4 € (Vergnügen: 20 Mal 3 Minuten), eine Kinokarte ca. 6-8 € (Vergnügen: 90 Minuten), ein Theaterbesuch ca. 25 € (Vergnügen: 2-3 Stunden). · Was ist dagegen ein Kleingarten eigentlich wert? Für weniger als 1 € pro Tag habe ich das ganze Jahr einen Garten. Das heißt: in der Sonne liegen, Tomaten anpflanzen und ernten, mit der Familie und Freunden im Garten grillen, mit dem Nachbarn über den Gartenzaun plauschen; das heißt Spielräume für die Kinder, gesundes Obst und Gemüse, Eigeninitiative und Kreativität beim Gärtnern, frische Luft, Bewegung und gute Laune! Möchten Sie das wegen eines um einige Euro gestiegenen Jahresbeitrags missen? Sicher nicht. In unserem Fall sprechen wir von 2 Euro Beitragserhöhung im Jahr/pro Parzelle, das sind nicht einmal 17 Cent pro Monat - bedenken sie das bitte! Ein Beitrag, der durch Anbau von Obst und Gemüse mehr als kompensiert werden kann. Liebe Gartenfreunde, werte Gäste! Der Vorstand des Kreisverbandes Aue/Stollberg der Kleingärtner e. V. möchte sich auf diesem Weg bei allen aktiven Verbandsfreunden, die Anteil an der positiven Entwicklung unseres Verbandes haben, recht herzlich bedanken. Außerdem danken wir den Mitgliedern des Vorstandes, den Kassenprüfern und nicht zuletzt den Mitarbeitern in den Geschäftsstellen. In diesem Sinne wünsche ich allen ehrenamtlichen Vorständen Gesundheit und Kraft für die bevorstehenden umfangreichen und schwierigen Aufgaben des neuen Gartenjahres. Sorgen wir gemeinsam mit dafür, dass wir unser schönes Hobby auch in Zukunft friedlich ausüben können! Danke für die Aufmerksamkeit! |